Dienstag, 6. Juli 2021

Bücherhelden für den Urlaub (3)

Die Franzosen in „Mein Jahr in der Provence“

Wer sich mit einem Augenzwinkern auf einen Urlaub in Frankreich und vor allem auf die Franzosen einstimmen möchte, kann mit Peter Mayles Roman „Mein Jahr in der Provence“ nichts falsch machen.
Peter Mayle erfüllte sich nämlich seinen großen Traum und zog in die Provence. Doch das erste Jahr erweist sich als gar nicht einfach, und immer wieder kommt es zu Missverständnissen – nicht nur, weil man die Sprache dort nicht immer versteht, sondern auch, weil die Lebensweise der Franzosen so merkwürdig anders ist als die der Briten.
Ob es die Arbeitseinstellung der Handwerker bei der Renovierung des Hauses oder der richtige Umgang mit den Behörden oder auch die ungewohnten Wetterbedingungen sind – die Mayles kommen in ihrer neuen Wahlheimat immer wieder an ihre Grenzen. Irgendwann müssen sie sich eingestehen, dass sie keine Touristen mehr sind und auch nicht als solche behandelt werden, was mit viel Witz und ständigem Augenzwinkern erzählt wird.
Amüsanter und entspannender kann der Blick auf ein fremdes Volk kaum sein. Und vielleicht hilft es dabei, dass einem am Ende des Urlaubs der Abschied nicht ganz so schwer fällt, weil einem klar wird, dass das Leben in Frankreich für einen Ausländer so manche Tücken bereithält…

Sonntag, 27. Juni 2021

Bücherhelden für den Urlaub (2)

Die Engländer in „Der Sommer der Pinguine“

Mit dem Prädikat „very british“ könnte man tatsächlich die skurrile Geschichte „Der Sommer der Pinguine“ von Thomas Montasser beschreiben. Doch vielleicht hat sie gerade deshalb etwas sehr Erfrischendes und ist perfekt geeignet für heiße Sommer- oder entspannte Urlaubstage: 
Eine kleine Buchhandlung im Londoner Stadtteil Mayfair. Mrs. Annetta Robington hat sich in einem faszinierenden Buch über Pinguine festgelesen und darüber die Zeit vergessen. Beim Verlassen des Ladens macht sie plötzlich eine unglaubliche Entdeckung: Der Buchhändler ist ein Pinguin! Der alte Herr dementiert, gibt dann aber doch zu: Ja, er ist ein Pinguin – einer von vielen, die meist unerkannt unter den Menschen leben.
Ein Cellist mit buschigen Augenbrauen, ein Portier in vollendeter Haltung, ein Opernbesucher im Frack … Nun sieht Mrs. Robington allerorten Pinguine.
Als das Geheimnis der liebenswerten Species aufzufliegen droht, ist Mrs. Robingtons große Stunde gekommen. Mit einem raffinierten Plan setzt sie alles daran, die Vögel zu retten …

 

Mittwoch, 16. Juni 2021

Bücherhelden für den Urlaub (1)

Die Griechen in „Makarionissi“

Nicht nur für den Griechenland-Urlaub, sondern auch für jede andere Zeit der Entspannung geeignet ist der Roman „Makarionissi“ von Vea Kaiser. Treffender und vielfältiger kann man die griechische Mentalität wohl kaum beschreiben als mit dieser Familiengeschichte, die sich über mehrere Generationen erstreckt und von Komik bis Tragik und von Mythologie bis Moderne alles bereithält, was das Leserherz begehrt:
In einem griechischen Bergdorf deutet Yiayia Maria die Zeichen falsch und stürzt gleich mehrere Generationen ihrer Familie ins Unglück. In einer niedersächsischen Kleinstadt entdeckt ihr Enkel die Erotik der deutschen Sprache. Seine Cousine bekommt in einer stürmischen Nacht eine Tochter, die mit einer Glückshaube geboren wird.
In der österreichischen Provinz wird derweil erbittert um die Vorherrschaft in der Fußgängerzone gekämpft, in einer Schweizer Metropole mit Ameisen und Heuschrecken gegen die Sehnsucht angekocht. Und auf einer Insel in Form eines Hirschkäfers sucht ein arbeitsloser Gewerkschafter verzweifelt nach seinem Ehering, während ein skurriler Schlagerstar die Frau wiederfindet, die er vor vierzig Jahren verlor. 
In ihrem zweiten Roman erzählt Vea Kaiser mit furioser Fabulierlust und hinreißender Tragikomik von der Glückssuche einer griechischen Familie und deren folgenreichen Katastrophen, von Helden und Herzensbrechern und solchen, die es gern wären.

Mittwoch, 7. April 2021

Bücherhelden für den Lockdown (9)

Isabel Bogdans Held „der Pfau“

Was einem in Zeiten der Pandemie schon mal gänzlich abhandenkommen kann, ist der Humor. Und das, obwohl er gerade in diesen Zeiten wichtiger ist denn je, um psychisch einigermaßen unbeschadet die nun schon viel zu lange andauernde Durststrecke zu überstehen. Da hilft nur eins: ab und zu mal lachen, schmunzeln oder zumindest ein wenig kichern. Ein Buch, bei dem man das wunderbar kann, ist Isabel Bogdans „Der Pfau“:
Pointenreich, very british und urkomisch erzählt Isabel Bogdan von einem Wochenende, an dem alles anders kommt als geplant: Eine Gruppe Investmentbanker reist samt ambitionierter Psychologin und erfindungsreicher Köchin aus London an, um in der ländlichen Abgeschiedenheit bei einer Teambildungsmaßnahme die Zusammenarbeit zu verbessern.
Doch das spartanische Ambiente und ein verrückt gewordener Pfau bringen sie dabei gehörig aus dem Konzept. Und nicht nur sie: Denn die pragmatische Problemlösung des Hausherrn Lord McIntosh setzt ein Geschehen in Gang, das sämtliche Beteiligte an die Grenzen ihrer nervlichen Belastbarkeit bringt…
Ein Buch für die humorlosen Stunden des Lockdowns!