Samstag, 6. November 2021

Bücherhelden für Weihnachten (1)

Eva Baronskys Herr Mozart

Für alle, die klassische Musik und vor allem Mozart lieben, ist Eva Baronskys Geschichte über Wolfgang Amadeus Mozart, der sich zu seiner eigenen Überraschung plötzlich im Wien des 21.Jahrhunderts wiederfindet, ein Genuss. Für mich ist ihr Roman „Herr Mozart wacht auf“ eine der unterhaltsamsten und berührendsten Zeitreisen in der Literatur. Und ebenso witzig und gefühlvoll ist auch die Erzählung „Herr Mozart feiert Weihnachten“, in der der berühmte Komponist in der Moderne die Feiertage bewältigen muss:  
Der Mann erinnert sich nur, als Wolfgang Amadé Mozart auf dem Sterbebett gelegen zu haben. Am nächsten Morgen ist er – 200 Jahre später, wie sich herausstellt – im modernen Wien aufgewacht. Zwar hat er begonnen, sich dort zurechtzufinden, aber er ist einsam. Heiligabend muss er sich am Stephansdom mit der Geige ein paar Cent erspielen. Als ihn ein kleines Mädchen für den Weihnachtsmann hält und mit nach Hause nimmt, wird er in ein neues verwirrendes Abenteuer verwickelt…

 

Freitag, 5. November 2021

Bücherhelden für Weihnachten

Und schon ist es wieder soweit! Weihnachten steht quasi vor der Tür und damit der Bücherhelden-Adventskalender, der natürlich auch in diesem Dezember wieder an jedem Tag eine Quizfrage über eine*n spannende*n Bücherheld*in im Gepäck hat. Deshalb wird im Dezember hier wohl kein Platz mehr für weihnachtliche Büchertipps sein, so dass die nun schon im November zum Zug kommen.
Dabei handelt es sich aber nicht nur um Lesestoff, der sich gut als Weihnachtsgeschenk eignen könnte. Es werden auch Geschichten dabei sein, die man aufgrund ihrer weihnachtlichen Thematik wunderbar an ungemütlichen Tagen in der Adventszeit lesen kann. Die in den nächsten Wochen hier vorgestellten Bücher könnten also für so manchen ein gutes Mittel sein, um die winterlich kalte und graue (Vor-) Weihnachtszeit auf unterschiedlichste Weise wärmer und heller zu machen.
Morgen geht's los! Viel Spaß dabei!

Dienstag, 24. August 2021

Bücherhelden für den Urlaub (4)

Die Voralpenländler in „Bergsalz“

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Durch Corona und die damit verbundenen Reisebeschränkungen hat so mancher in letzter Zeit die Schönheit deutscher Gegenden wieder entdeckt. Und wer sich aus diesem Grund auf das Voralpenland und seine Bewohner einstimmen möchte, für den ist Karin Kalisas Roman eine gute Wahl. Es ist ein Roman voller Weltwissen und Tatkraft, in dem sie von einer Graswurzelbewegung ganz eigener Art, über Einsamkeit und Mitmenschlichkeit, über Eigensinn und Gemeinsinn erzählt:
Dass man so klein wie "füreineallein" eigentlich gar nicht denken und nicht kochen kann, ist von jeher Franziska Heberles Überzeugung. Trotzdem kommt das mittägliche Klingeln an ihrer Haustür unerwartet, ungebeten und ungelegen: Eine Nachbarin. Dann noch eine. Es reicht – und reicht noch nicht. Denn auf einmal fühlt sich das Ungelegene absolut richtig und vor allem steigerungsfähig an: Doch wie kann das überhaupt gehen? Ein Mittagstisch für viele – hier, im ländlichen weiten Voralpenland, wo Einzelhof und Alleinlage seit Generationen tief in die Gemüter sickern? Und es nicht jedem passt, wenn sich etwas ändert.
Es braucht Frauen aus drei Generationen: Franzi, Esma und Sabina. Nicht jede 'von hier', aber aus ähnlichem Holz. Es braucht Ben, der wenig sagt, aber wenn, dann in mancherlei Sprachen; es braucht Fidel Endres, einen Vorfahr, der etwas Entscheidendes hinterlassen hat – und einen halbleeren Kübel Alpensalz in einer stillgelegten Wirtshausküche, der zeigt: Dem Leben Würze geben, ist keine Frage der Zeit…

Dienstag, 6. Juli 2021

Bücherhelden für den Urlaub (3)

Die Franzosen in „Mein Jahr in der Provence“

Wer sich mit einem Augenzwinkern auf einen Urlaub in Frankreich und vor allem auf die Franzosen einstimmen möchte, kann mit Peter Mayles Roman „Mein Jahr in der Provence“ nichts falsch machen.
Peter Mayle erfüllte sich nämlich seinen großen Traum und zog in die Provence. Doch das erste Jahr erweist sich als gar nicht einfach, und immer wieder kommt es zu Missverständnissen – nicht nur, weil man die Sprache dort nicht immer versteht, sondern auch, weil die Lebensweise der Franzosen so merkwürdig anders ist als die der Briten.
Ob es die Arbeitseinstellung der Handwerker bei der Renovierung des Hauses oder der richtige Umgang mit den Behörden oder auch die ungewohnten Wetterbedingungen sind – die Mayles kommen in ihrer neuen Wahlheimat immer wieder an ihre Grenzen. Irgendwann müssen sie sich eingestehen, dass sie keine Touristen mehr sind und auch nicht als solche behandelt werden, was mit viel Witz und ständigem Augenzwinkern erzählt wird.
Amüsanter und entspannender kann der Blick auf ein fremdes Volk kaum sein. Und vielleicht hilft es dabei, dass einem am Ende des Urlaubs der Abschied nicht ganz so schwer fällt, weil einem klar wird, dass das Leben in Frankreich für einen Ausländer so manche Tücken bereithält…